„Priest“ Filmkritik (Kino)


Priest - Paul Bettany
Priest - Paul Bettany
© 2011 Sony Pictures Releasing GmbH

Paul Bettany als Kampf-Mönch auf der Jagd nach blutrünstigen Vampiren. Das ganze noch gepaart mit der modernsten 3D Technik. Eigentlich sollte dabei doch ein ganz ansehnlicher Film herauskommen, aber „Priest“ hält nicht unbedingt das, was der Trailer verspricht und so fällt die Kritik eher durchwachsen aus.

„Priest“ ist leider ein Vampir-Horrorfilm, der nahezu ohne Vampire auskommt.
Für gute Actionunterhaltung wird zwischendurch etwas zu viel philosophiert und für einen tiefgründigeren Film, ist die Story letztendlich doch etwas zu flach. Zu viele unterschiedliche filmische Absichten wurden versucht in „Priest“ zu vereinen und letztendlich kam kein zusammenhängendes großes Ganzes dabei heraus.

Im ewigen Krieg zwischen Menschen und Vampiren sind die Priester mit ihren übernatürlichen Fähigkeiten die effektivste Waffe der Kirche, um die Kreaturen der Hölle zu vernichten. Nachdem die Vampire in einer großen Schlacht jedoch vernichtend geschlagen worden sind, hat die Kirche keine Verwendung mehr für die kampferpropten Priester und so leben diese wie normale Bürger zurückgezogen hinter den Mauern der letzten verbliebenen Städte.
Doch dann wird die Nichte einer der Priester von einer Horde Vampire entführt. Dieser sieht sich gezwungen den Eid gegenüber der Kirche zu brechen, die die Existenz der Vampire mittlerweile abstreitet, um sich so auf die Jagd nach den Vampiren zu machen, bevor es zu spät ist.

Deutscher Trailer zu “Priest”



Seit Paul Bettany in der Rolle des selbstgeißelnden Mönchs in “The Da Vinci Code – Sakrileg” überzeugen konnte, scheint er prädestiniert für Rollen dieser Art. Bereits in “Legion” spielte er einen etwas düsteren, wortkargen und kampferprobten gefallenen Engel. Ein erster Vorgeschmack auf das, was nun in “Priest” von ihm zu sehen war. In Kapuzenumhängen und – mäntel gehüllt lehnt sich Bettany gegen die höchste Macht auf und sorgt für einige spektakuläre Kampfszenen bei seiner Jagd auf die Vampirhorde.

Doch so vielversprechend und actionreich der Trailer auch ist, die Realität sieht ein wenig anders aus. Wenn ich an dieser Stelle mal kurz rekapituliere, kommt es gerade mal zu 3 oder 4 Kämpfen zischen den Priestern und den Vampiren. Für einen Sci-Fi-Action-Horrorstreifen meiner Meinung nach etwas zu wenig. Vor allem, wenn die Kämpfe, die zu sehen sind durchaus sehenswert und unterhaltsam waren. Mehr davon wäre durchaus ein Zugewinn für den Film gewesen.

Schade ist auch, dass die Spannung des Films bereits in den ersten 15 Minuten verpufft, da in den ersten Minuten schon klar ist, um wen es sich bei dem Gegenspieler des Priesters handelt und was seine eigentliche Absicht ist. Und so verfliegt die Wirkung des Spannungsbogens und man wartet als Zuschauer eigentlich nur noch auf das unausweichliche Aufeinandertreffen und den finalen Showdown.

Der Cast an sich kann sich durchaus sehen lassen. Mit Paul Bettany in der Hauptrolle, Maggie Q, Karl Urban und Christopher Plummer in weiteren Rollen, ist “Priest” gar nicht mal so schlecht ausgestattet. Etwas überfordert und fehl am Platze wirkt ausschließlich Cam Gigandet, der als schießwütiger Revolverheld für die ein oder andere coole Szene und lockeren Spruch sorgen sollte, dies jedoch jedes Mal irgendwie deplatziert wirken lässt.

Für diejenigen unter euch, die es noch nicht wissen sollten, “Priest” ist die Verfilmung des gleichnamigen Comics von Min-Woo Hyung. Ich selbst kenne das Comic nicht, habe mir jedoch sagen lassen, dass die Verfilmung sich nur relativ lose an der Vorlage orientiert. Wurde im Comic noch die Handlung in den typischen Wilden Westen verlagert, wo sich Cowboys mit Vampiren rumschlagen müssen, spielt “Priest” in einer postapokalyptischen Welt, die zwar Elemente des Wilden Westen vorweist, aber eben auch futuristische Elemente beinhaltet wie die solarbetriebenen Bikes oder der Beichtstuhl-Automat.

Priest” konnte auf alle Fälle zeitweise sehr gut unterhalten, reizt jedoch sein Potenzial bei weitem nicht aus. Dann doch eher zu “Legion” greifen, um Paul Bettany zu sehen oder zum guten alten “Blade”, wenn es mal wieder ein Vampir-Horrorfilm sein soll.

4 von 10 Freeks
Darsteller:
Paul Bettany, Cam Gigandet, Maggie Q, Karl Urban, Christopher Plummer
Regie:
Scott Charles Stewart

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Rating: 6.7/10 (3 votes cast)


"Priest" Filmkritik (Kino), 6.7 out of 10 based on 3 ratings

4 Replies to “„Priest“ Filmkritik (Kino)”

  1. Da lag ich ja mit meiner Prognose gar nicht so verkehrt!^^

    Trotzdem bin ich mal gespannt, wie sich die angekündigte Unrated-Version in Heimkinoauswertung geben wird; möglicherweise gleicht die ja einige Schwächen der Kinofassung noch aus.

    Nichtsdestotrotz natürlich deprimierend, denn ich hätte dem Film gewünscht, dass er gut wird.

    Vielen Dank für die aussagekräftige Kritik!

    1. Hmm fraglich ob eine Unrated-Version dem Film wirklich nochmals aufhelfen kann.
      Um ehrlich zu sein, ist meine Lust, den Film nochmals zu sehen derzeit sehr gering. Daher überlasse ich diese Erfahrung gerne dir und freue mich auf deinen Bericht;-)

  2. Ich fand den Film recht unterhaltsam muss ich sagen. Denken sollte man lassen, ist auch sicherlich nicht gewollt. Aber ein klasse Bettany auf jeden Fall, der mich sicher auch ohne dieses Zeichen auf der Stirn überzeugt hätte. Alles in allem hätte ich sitzenbleiben und sie endlos miteinander kämpfen sehen können. 😉
    Die Vampire allerdings erinnerten mich eher an Wesen aus Men in Black, dachte jeden Moment Will Smith müsste doch mal auftauchen mit seinem Blitzdingens.
    Na ja, mehr als 6 Sterne isser nicht.

    Felix

    1. In einem Punkt gebe ich dir absolut recht: ein klasse Paul Bettany! Diese Art von Rolle steht ihm einfach und hoffentlich gelingt ihm irgendwann auch mal ein Glücksgriff in diesem Metier. „Legion“ und „Priest“ konnten unterhalten, zählen aber absolut nicht zu den gelungensten Filmen…leider….

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