Filmkritik „Source Code“


Source Code Filmplakat
Source Code Filmplakat

Man kann nicht sagen, dass “Source Code” allein durch seine Starbesetzung oder einen Erfolgsregiseeur die Zuschauer locken würde, dazu sind die Namen dann vielleicht doch etwas zu “klein”. Aber gerade das macht den Film noch etwas sympathischer. Durch einen interessanten Plot und unverbrauchte Darsteller bietet „Source Code“ Unterhaltung pur, bei der auch der Kopf ein wenig gefragt wird.

Colter Stevens erwacht in einem fremden Körper. 8 Minuten später explodiert eine Bombe, bei der alle Insassen des Zuges, in dem er unterwegs war, sterben. Er selbst findet sich daraufhin in einer Art Kapsel wieder und wird darüber aufgeklärt, dass er Teil einer Mission ist, um die Explosion dieser Bombe und weiterer Anschläge zu verhindern. Dazu wird er immer wieder in den Körper des fremden Mannes geschickt und erlebt wieder und wieder die letzten 8 Minuten seines Lebens. Zeit, die er nutzen muss, um herauszufinden, wer der Attentäter ist.

Deutscher Trailer zu “Source Code”
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=eNoy_D3Sdac[/youtube]

Filmkritik zu “Source Code”

Source Code” ist vielleicht noch am ehesten mit der TV Serie “Zurück in die Vergangenheit” zu vergleichen, wem das noch etwas sagt. Auch hier schlüpfte der Protagonist in den Körper eines Fremden, in diesem Falle aber eher zufällig ausgewählt Personen, und bekam so die Chance Ereignisse in der Vergangenheit zu beeinflussen und zu ändern. Zumindest was die Grundidee angeht sind hier einige parallelen zu finden, der Unterhaltungs- bzw. Actionanteil ist bei “Source Code” jedoch um einiges höher.
Ohne lange zu fackeln legt der Film gleich mit Vollgas los und überrumpelt den Zuschauer mit den Ereignissen. Nur langsam erschließt sich ein Gesamtbild und man gewöhnt sich an die beiden parallel laufenden Szenarien im Zug und in der Kapsel.

Die einzelnen Zug-Sequenzen beginnen zwar jedes Mal sehr ähnlich, entwickeln sich von Mal zu Mal jedoch unterschiedlicher und bieten Hochspannung pur. Ein sehr harter Kontrast zu Szenen in der Source Code Kapsel, die viel emotionaler, tiefgründiger und persönlicher sind. Erst die letzten Minuten verbinden diese beiden Handlungsstränge und lassen den Film letztlich als etwas Großes und Ganzes erscheinen.

Leider gibt es ein generelles Problem bei “Source Code”. Filme, die das Thema Zeitreise, in welcher Art auch immer, thematisieren, haben immer das Problem der Logik. Da Zeitreisen nun mal nicht möglich sind, tun sich diese Filme selbstverständlich immer schwer plausibel zu klingen bzw. den Plot am Ende nachvollziehbar aufzulösen.

Eben genau wie bei “Source Code”. Die Story generell ist durchaus spannend und interessant und auch sehr gut erzählt, aber irgendwie hapert es dann am Versuch das Phänomen des Source Codes zu erklären.
Vieleicht sollte man als Zuschauer auch nicht zu intensiv auf das Thema einsteigen, sich einfach mal berieseln lassen und das Gesagte hinnehmen…könnte in diesem Fall sehr gut funktionieren. Denn im Nachhinein ist mir eigentlich egal was der Source Code genau ist und wie er funktioniert. Ich weiß der Typ hat immer die gleichen 8 Minuten Zeit um zu verhindern, dass eine Bombe explodiert und schlimmeres passiert. Reicht doch auch vollkommen aus um den Film genießen zu können.

Eine gute Wahl haben die Produzenten vor allem bei der weiblichen Hauptrolle getroffen.
Normalerweise würde ich behaupten, dass eine Schauspielerin, die die Rolle der Christina Warren übernommen hat, etwas unterforderdet sein dürfte. Aber wenn jemand Erfahrung als optisches Highlight ohne nennenswerten Tiefgang in einem Film hat, dann Michelle Monaghan. Sie nimmt in “Source Code” eigentlich nur mal wieder den gleichen Platz ein, wie zuvor schon in “Kiss Kiss Bang Bang” und in „Mission: Impossible 3”, an der Seite von Tom Cruise. Auch ihre Nebendarstellertätigkeiten wie in “Stichtag”, “Nach 7 Tagen – Ausgeflittert” oder “Die Bourne Verschwörung” folgen eigentlich dem selben Muster.
So wurde die eher „lahme“ Rolle in „Soruce Code“ durch Michelle Monaghan mit einem absoluten Profi besetzt.

In diesem Zusammenhang ist auch sehr positiv zu erwähnen, dass die obligatorische Liebesbeziehung zwischen den beiden Hauptdarstellern in einem sehr angemessen Rahmen abläuft. Also keine an den Haaren herbeigezogene Romantikeinlage und auch vom Anteil an der restlichen Story her angenehm dosiert.

Fazit der Filmkritik

Insgesamt war ich also mit “Source Code” sehr zufrieden. Ein solider Actionthriller, der sogar einen netten kleinen Twist bereit hält, welcher durchaus funktioniert, auch wenn er den Film leider etwas ins absurde abdriften lässt. Gut, was will man von einem Film mit Zeitreisethematik auch erwarten, aber irgendwie besteht dann doch immer noch eine Grenze die Überschritten werden kann.

Als Heimkinoversion absolut zu empfehlen, im Kino nur was für wahre Fans.
DVD Start und Blu-ray Start zu “Source Code” ist am 03.11.2011, Vorbestellungen sind schon jetzt möglich.

Source Code - Jake Gyllenhaal, Michelle Monaghan
Source Code - Jake Gyllenhaal, Michelle Monaghan

7 von 10 Freeks
Darsteller:
Jake Gyllenhaal, Michelle Monaghan, Vera Farmiga, Jeffrey Wright
Regie:
Duncan Jones

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Rating: 8.8/10 (4 votes cast)
Filmkritik "Source Code", 8.8 out of 10 based on 4 ratings

One Reply to “Filmkritik „Source Code“”

  1. Beim Lesen der Kritik habe ich von einer Zeile zur nächsten zustimmend genickt. Manchmal hatte ich sogar dieselben Gedanken im Kopf 😆

    ABER beim Thema ACTIONTHRILLER und MICHELLE MONAGHAN gehen unsere Meinungen dann doch deutlich auseinander.
    Für mich ist Source Code kein ACTIONTHRILLER. Ja, es wummst. Da explodieren tatsächlich mehrere Zugabteile. Aber sonst tut sich in dem Film nix. Und dadurch dass sich die Szene immer und immer wieder wiederholt, reißt sie mich nicht mehr wirklich vom Hocker. Da fand ich dann schon die Enten auf dem Teich interessanter, die sind wenigstens mal in unterschiedliche Richtungen losgeflogen und haben so das Einerlei etwas aufgelockert.

    Und MICHELLE MONAGHAN habe ich diese Rolle nicht abgekauft. Hier bin ich mit meiner Meinung nicht mal alleine. Wir saßen im Kino und haben dann nur noch den Kopf geschüttelt. Ich weiß natürlich nicht, wie die Rolle der Christina Warren überhaupt hat sein sollen. Aber diese Passivität und dieses naive Gegrinse hat dann den eher langweiligen Momenten noch mehr die Spitze aufgesetzt.

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