Filmkritik „Nächster Halt: Fruitvale Station“ (DVD)


Nächster Halt Fruitvale Station
Nächster Halt Fruitvale Station

Im Falle von „Nächster Halt: Fruitvale Station“ haben mich weder hochlobende Kritiken, noch Empfehlunegn aus Blogger- oder Freundeskreisen dazu gebracht mir den Film anzugucken. Es war viel mehr eine Kombination aus einem überzeugenden Trailer und dem Mitwirken von Forest Whitaker hinter der Kamera. Auf seine ganz besondere Art und Weise hat er sich bei mir zu einer Art Sympathieträger gemausert und da war es fast schon selbstverständlich, dass ich mir auch sein Regie-Debüt ansehen werde.

Oscar Grant hat in seinem Leben schon ordentlich Mist gebaut. Doch das soll sich ändern. Er will sein Leben nun in den Griff kriegen. Um seiner Tochter und der Liebe zu seiner Freundin willen. Schritt für Schritt kriegt er die Kurve, auch wenn der Weg steinig ist. Doch genau dann, wenn er es am wenigsten erwartet, holt ihn seine Vergangenheit unausweichlich wieder ein und verändert alles.

Deutscher Trailer zu „Nächster Halt: Fruitvale Station“
[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=ttcCuo1McTw[/youtube]

Filmkritik „Nächster Halt: Fruitvale Station“

Es sei schon mal so viel verraten, „Fruitvale Station“ ist schlicht und einfach genau das, was man von einem Film erwarten würde, bei dem Forest Whitaker seine Finger mit ihm Spiel hat. Bodenständig, realitätsnah, emotional, auf seine ganz besondere Art und Weise ruhig und dennoch unheilverkündend und erschütternd.

Großen Helden, ausgefallene Charaktere oder überspitzt gezeichnete Stereotypen sucht man hier vergebens, genau wie ein Happy-End. Und nein, dies ist kein Spoiler. Der Film selbst nimmt uns das Finale vorweg. Er führt uns mit echten Amateur-Handyaufnahmen, die zu dem Vorfall existieren, in die Geschichte ein und entlässt uns am Ende dann auch wieder mit echten Aufnahmen der Gedenkfeier am ersten Jahrestag.

Dazwischen erzählt Regisseur Ryan Coogler, der mit „Fruitvale Station“ sein Spielfilm-Regie-Debüt feiert, eine Geschichte, die unfassbar und dennoch existent ist. Eine Geschichte, wie sie in ihren unterschiedlichsten Varianten, kein Einzelfall ist. Überzeugend wird dies auf den Bildschirm gebracht von Michael B. Jordan, der unglaublich gut spielt und in absoluter Höchstform ist.
Während man ihn, beziehungsweise Oscar Grant, diese 2 Tage begleitet hat man ständig dieses unausweichliche Ende vor Augen. Wieder jeder Vernunft hofft man auf irgendeine Wendung der Dinge, die uns, und vor allem den Protagonisten, vor dem Anstehenden bewahrt. Schon während des Films ist man auf der andauernden Suche nach dem Warum, irgendeiner Erklärung, welche das Ganze begreiflicher machen könnte. Doch wo keine ist kann es auch keine geben und so bleibt man Ende unbefriedigt zurück.

„Nächster Halt: Fruitvale Station“ ist berührend, ergreifend und absolut ernüchternd. Eine gelungene Transformation einer eigentlichen Dokumentation in einen Spielfilm, die hängen bleibt und noch ein Weilchen an den Zuschauern nagt. Seit dem 02.10.2014 ist der Film auf DVD, Blu-ray und als Video on Demand erhältlich.

7 von 10 Freeks

Darsteller:
Michael B. Jordan, Melonie Diaz, Octavia Spencer
Regie:
Ryan Coogler

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