Filmkritik ‚Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger‘ (Kino)


Es war spät. Es war eine spontane Entscheidung. Wir standen vor der Wahl: „7 Psychos“ oder „Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger“. Die Wahl viel auf Ang Lees 3D-Highlight, nichtzuletzt auch aufgrund der überragenden Bewertungen bei IMDB (8,4 von 10 Punkten bei über 33.000 abgegebene Stimmen). Wie sich herausstellen sollte, war es letztendlich aber leider mal wieder nur ein Beweis dafür, dass man der Masse nicht blind vertrauen sollte.

„Life of Pi“ ist die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Yann Martel. Wie zuletzt bei „Cloud Atlas“ galt auch dieses Buch als unverfilmbar. Und an dieser Stelle enden auch schon die Gemeinsamkeiten. Ang Lee bestand auf die Nutzung einer 3. Dimension und so entstand laut vielen Kritikern und Kinobesuchern eine absolutes, vor allem optisches Film- Highlight.

Pi wächst mit seiner Familie in Indien auf. Als sein Vater gezwungen ist den familieneigenen Zoo zu verkaufen, siedelt die Familie mit Sack und Pack und dem gesamten Tierpark per Schaff über nach Kanada. Doch soweit kommt es gar nicht. Denn das Schiff gerät in einen Sturm und als einziger Überlebender muss sich Pi nun alleine durchschlagen. Sein einziger Gefährte auf dieser beschwerlichen Reise: ein bengalischer Tiger.

Deutscher Trailer „Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger“
[youtube]http://youtu.be/Nv9F79YlhZQ[/youtube]

Filmkritik „Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger“

Ich war ganz ehrlich skeptisch gegenüber diesem Film und hatte eigentlich auch nicht geplant ihn mir im Kino anzuschauen. Der oben erwähnte Hintergrund und eine Filmkritik, die „Life of Pi“ über alle Wolken lobte, haben mich jedoch dazu gebracht, ihn mir doch anzusehen. Er soll ja angeblich selbst die größten Skeptiker überzeugen. „Die haben die Größten wohl noch nicht erlebt :D“

Tut er nicht.
Von dem versprochenen optischen Highlight war nicht wirklich was zu erkennen. Ja, er ist in 3D gedreht und ja, es gab durchaus die ein oder anderen tollen Aufnahmen, aber alles zusammengenommen, keine Rechtfertigung für die Lobeshymnen.

Bei „Life of Pi“ hat man sich voll und ganz auf die Optik konzentriert und alles andere war Nebensache. Da die Optik bei mir nicht so ganz gezündet hat und darüber hinaus nicht viel vom Film
übrig blieb, war ich weit davon entfernt gut unterhalten zu werden.
Zwischendurch geschmunzelt, zwischendurch auch mitgefiebert, zwischendurch auch mal über die tollen Bilder gestaunt. Aber eben immer nur zwischendurch. Den Großteil der 127 Minuten habe ich im Kinosessel rumgegammelt und die Geschehnissen relativ unbeteiligt mitverfolgt. „Und eingeschlafen bist du auch noch! :D“ …ja, in der Tat…kein gutes Zeichen, was?!;)

Die eigentliche Story war eher Nebensache. Eben ein modernes Märchen oder besser gesagt eine Fabel. Doch wo ein guter Erzählstil selbst aus einer noch so platten Story noch etwas Interessantes erschaffen kann, wird die Reise des jungen Inders einfach nur langatmig wiedergegeben. Auf den Punkt gebracht war‘s ziemlich langweilig.

Es gab wohl auch eine Message im Film, wie es sich für solch eine Fabel ja auch gehört. Ein erster Hinweis kommt auch direkt zu Beginn des Films, wenn darauf hingewiesen wird, dass es sich um eine Geschichte handelt, die den Zuhörer wieder an Gott glauben lässt. Die eigentliche Message hat sich mir jedoch auch zum Ende des Films hin nicht so ganz offenbart. Eine Variante wäre Glaube ist fiktiv und eigentlich nur die Ausschmückung der Wahrheit. Klingt aber nicht so, als wäre dies die beabsichtigte Aussage. „Bring mir ne bessere!“ Stimme dir ja zu! Ich will damit nur sagen, dass ich nicht glaube, dass dieser Film den Glaube tatsächlich als etwas fiktives darstellen will. Aber Tatsache ist halt, dass genau dies als Aussage am Ende hängen bleibt. Ob beabsichtigt oder nicht sei mal dahingestellt.

Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger“ ist vor allem als 23.00h Vorstellung absolut ungeeignet. Und solltet auch ihr vor der Entscheidung stehen „7 Psychos“ oder „Life of Pi“…macht nicht den gleichen Fehler wie ich.

3 von 10 Freeks
Darsteller:
Suraj Sharma, Irrfan Khan, Adil Hussain
Regie:
Ang Lee

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