Filmkritik „Joe – Die Rache ist sein“ (DVD)


Joe Die Rache ist sein
Joe Die Rache ist sein

Nicolas Cage hatte die letzten Jahre über gut zu tun. Zu Beginn stand dies definitiv in direktem Zusammenhang mit seinen finanziellen Schwierigkeiten. Ob dies immer noch gilt, kann ich nur schlecht beurteilen. Fakt ist, dass seine Filmprojektauswahl darunter ein wenig gelitten hat und viele seiner Filme erst gar keinen deutschen Kinostart erhalten haben, sondern als Direct-to-DVD Veröffentlichungen über den großen Teich kamen.

Nun feierte sein neuster Streifen, „Joe – Die Rache ist sein“, am 23.10.2014 seinen DVD und Blu-ray Start. Auch dies ist wieder eine Heimkinoproduktion, zumindest für den deutschen Markt, aber wenn man der Presse Glauben schenken darf, ist dieser Film wohl eher eine kleine Perle.

Joe ist alles andere als ein ideales Vorbild. Dennoch trifft er auf einen 15-jährigen Jungen, der zu ihm aufsieht und es entwickelte sich eine ungewöhnliche Freundschaft, die für den Ex-Sträfling Joe am Ende den Untergang oder die Erlösung und Vergebung bedeutet. Eine Wahl die nur er treffen kann.

Deutscher Trailer zu „Joe – Die Rache ist sein“
[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=ycAJFoNcvpM[/youtube]

Filmkritik „Joe – Die Rache ist sein“

Vielleicht bin ich ja mal wieder ein Opfer der zu hohen Erwartungen geworden. Es mag ja Nicolas Cage beste Leistung seit Jahren sein, was aber auch daran liegen mag, dass Cage jeden Job angenommen hat, der im Angeboten worden ist. „Joe – Die Rache ist sein“ steht dabei möglicherweise eine Stufe über den Anderen, was aber nichts an der Tatsache ändert, dass es immer noch ein „mimisch-beschränkter“ Film ist. Denn, oh welch Überraschung, an Cage ist kein Charaktermime verloren gegangen. Seine unterhaltsamsten Darbietungen hatte er in der Regel in guten Blockbuster Produktionen.

Recht schnell wird klar worauf Regisseur David Gordon Green am Ende hinaus möchte. Er lässt Cage dabei recht wenig Spielraum was die Entwicklung seines Charakters angeht. Die Rolle des eigenwilligen aber dennoch sympathischen Ex-Knacki, der sein Leben nicht ganz auf die Reihe bekommt, spielt er dennoch souverän.
Dieses Versäumnis in der Charakterentwicklung verfehlt Gordon Green jedoch nicht bei seinen Nebendarstellern. Insbesondere Tye Sheridan überzeugt auf ganzer Linie, so dass ich hier in der Tat eine Art emotionale Verbindung aufbaue, die mir bei Cage fehlt. Bei ihm wirkt es in vielen Aspekten zu aufgesetzt.

Ich würd Nicolas Cage und „Joe“ sehr gerne weiterempfehlen und habe dies vor der Sichtung des Films mehr oder weniger auch schon getan. Nachdem ich aber den Film gesehen und mich nicht nur auf die Meinung Dritter verlassen habe, zog ich meine Empfehlung tatsächlich wieder zurück. „Joe“ ist kein Film, um Nicolas Cage Skeptiker zu bekehren. Dafür ist das Genre auch zu speziell.
Ich denke, aber wahre Fans werden die Perle in diesem Arthouse-Streifen womöglich erkennen – ich hab‘s leider nicht geschafft.

Was ihr bekommt, ist ein Hinterwäldler-Drama mit den gewohnt typischen, langsamen und tiefen Klängen,melodramatischen Pseudo-Weisheiten und einer Story die uns nichts Neues zu erzählen hat. Meine Empfehlung lautet lieber nochmals zu „Auge um Auge“ greifen als zu „Joe – vergesst den deutschen Untertitel“.

5 von 10 Freeks

Darsteller:
Nicolas Cage, Tye Sheridan, Gary Poulter
Regie:
David Gordon Green

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