Filmkritik „Gods of Egypt“ (Blu-ray)


Achtung: „Gods of Egypt“ ist nicht zu verwechseln mit „Exodus: Götter und Könige“…ja, das mag für viele offensichtlich sein. Aber wenn man, wie ich in einem Schlaftrunkenen Zustand und einem nur halb wachen Hirn einen Film einlegt und etwas gänzlich anderes erwartet, als das was dann gezeigt wird, ist das doch recht…naja, sagen wir mal unvorteilhaft.

Nicht nur eine, gleich zwei Enttäuschungen hat mir Gerard Butler in den vergangenen Tagen verpasst. Die Erste war noch einigermaßen zu verkraften und trägt den Namen „London Has Fallen“. Ich möchte, was diesen Film angeht, gar nicht so sehr ins Detail gehen, aber so viel sei gesagt: schaut euch lieber nochmals die solide Washington-Version an, denn für die Fortsetzung gilt „this production has fallen„.

Für die danach folgende, zweite Enttäuschung – „Gods of Egypt“ – nehme ich mir etwas mehr Zeit und führe mein Erlebnis auch gerne etwas mehr aus.
Gerard Butler schlüpft hier in die (Neben)-Rolle des Gottes Set. Nachdem Osiris seinen Sohn Horus zum Nachfolger als Herrscher über GANZ Ägypten ernannt hat und die große Krönungs-Zeremonie bevorsteht, macht Set jeglichen Plänen einen Strich durch die Rechnung: er krönt sich selbst zum Herrscher und tötet all jene Götter, die sich ihm in den Weg stellen. Weder Menschen noch Götter sind mit dieser Situation zufrieden, doch fehlt es ihnen an Kraft, Mut und einem Anführer, der sich auflehnt. Nur der Sterbliche Dieb Bek und der gerade so mit dem Leben davon gekommene Gott Horus tun sich zusammen, um Seks Pläne zu durchkreuzen und wieder Ordnung in das Chaos zu bringen.

Deutscher Trailer zu „Gods of Egypt“
[embedyt] https://youtu.be/SixzM-a-vPA[/embedyt]

Filmkritik „Gods of Egypt“

Regisseur Alex Proyas, der uns mit The Crow eines der Meilensteine der Filmgeschichte geliefert hat, ist nach 7 Jahren zurück und präsentiert mit „Gods of Egypt“ sein neustes Meisterwerk. So oder so ähnlich hätte es heißen müssen. Immerhin sprechen wir hier vom Macher von „The Crow“. Gut, eben dieser Regisseur hat immer mal wieder den Hang zu Aussetzern wie beispielsweise damals die Inszenierung von Nicolas Cage in „Know1ng – Die Zukunft endet jetzt“. Aber genau so gab es auch schon kleinere Highlights wie „Dark City“ und „I, Robot“. Man sieht, man kann Proyas nur schwer in eine Schubladen stecken. Gewiss ist hier nur die Ungewissheit, was als nächstes kommen wird.

„Gods of Egypt“ zählt dabei zu seinen größeren Enttäuschungen. Kein Tiefgang, keine Atmosphäre, keine düsteren Utopien. Einfach nur ein oberflächliches Special-Effects Feuerwerk mit mal mehr mal weniger guter Qualität, eingerahmt in eine pseudo-dramatische Liebesgeschichte im alten Ägypten. Auch wenn versucht wurde mit diversen State-of-the-Art Technologien ein fulminantes Action-Epos zu kreieren, es wirkt alles zu aufgesetzt und in dieser CGI-Agypten-Welt schlicht und einfach fehl am platz.

Leider zeihen sich die negativen Aspekte nicht nur durch die technischen Seiten der Produktion, sondern auch durch den gesamten Cast. Gerard Butler scheint unterfordert, Nikolaj Coster-Waldau – aka jaime Lannister – überträgt seinen Seriencharakter auf die große Leinwand und Jungstar Brenton Thwaites tritt auf wie ein Schauspiel-Neuling. Dabei haben wir doch in „Hüter der Erinnerung“ schon bessere Ansätze von ihm gesehen.

Für mich scheint dies ist nicht viel mehr, als der Versuch mit einer Mischung aus großen Hollywoodnamen, Durchstartern und Jungstars so viel Geld wie möglich zu verdienen. Viel mehr Absicht steckt hier nicht dahinter. Sam Worthingtons Auftritt in „Kampf der Titanen“ war bei ähnlichen Drehbuch-Qualitäten und ebenso sehenswertem Cast am Ende doch noch unterhaltsamer.

Mehr als ein Sonntag-Mittag-Film wird „Gods of Egypt“ niemals sein – aber vielleicht ist mehr auch gar nicht gewollt. So oder so könnt ihr für euren persönlichen Sonntag Mittag seit 01.09.2016 auf „Gods of Egypt“ zurückgreifen. Denn seit diesem Tag ist der Film auf DVD, Blu-ray, 3D Blu-ray und VoD zu haben.

3 von 10 Freeks

Darsteller:
Brenton Thwaites, Nikolaj Coster-Waldau, Gerard Butler

Regie:
Alex Proyas

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Filmkritik "Gods of Egypt" (Blu-ray), 5.5 out of 10 based on 2 ratings

One Reply to “Filmkritik „Gods of Egypt“ (Blu-ray)”

  1. Ich glaube schon beii der Produktion war klar das dies kein Film wird der in eine Hall of Fame kommen wird. Ich hatte diesen im Kino gesehen und fande ihn garnicht so schlecht. Ich überlege mir ob ich die Blu-ray nicht doch kaufen sollte.

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