Filmkritik ‚Getaway‘ (Blu-ray)

Getaway
Getaway

Ich habe ja lange überlegt, ob ich mir Ethan Hawke in seinem neusten Film „Getaway“ tatsächlich angucken soll. Infos rund um den Film haben mich nicht direkt mitgerissen und auch Selena Gomez als Nebendarstellerin sorgte erst einmal für weitere Zweifel. Am Ende siegte dann doch die Neugier und „Getaway“ befand sich eines schönen Abends in meinem heimischen Blu-ray Player. Daher kann ich euch nun, pünktlich zum DVD und Blu-ray Start am 25.04.2014, meine entsprechende Filmkritik anbieten.

An einem Tag wie jeder andere kommt Brent Magna nach getaner Arbeit nach Hause und muss von einer anonymen Stimme am Telefon erfahren, dass seine Frau gekidnappt worden ist. Laut der unbekannten Stimme ist seine einzige Chance seine Frau je wieder zu sehen, zu tun was man ihm aufträgt. Und so jagt Brent schon kurz darauf mit einem gestohlenen Wagen durch die Stadt und sorgt für ordentlich Chaos. Als er dann auch noch von einem unbekannten Mädchen mit einer Waffe bedroht wird, nehmen die Dinge ihren Lauf.

Deutscher Trailer zu „Getaway“
http://www.youtube.com/watch?v=8CZrs3NCzqs

Filmkritik „Getaway“

Ich wurde vorgewarnt. Auf meine Aussage hin, dass ich eigentlich nur ansatzweise etwas Spannung erwate, erhielt ich ein „nope…etliche Filmfehler…“. Aber ich habe es einfach nicht ernst genug genommen und mich davon nicht abschrecken lassen. Daher bin ich mit meiner Vorwarnung an euch etwas subtiler und eindeutiger: „Getaway“ bietet nicht dass, was man erwartet und zählt zu den nervigsten Filmen überhaupt.

Was sehr, sehr schade ist. Denn die Idee im Kern hat durchaus Spannungs- Potenzial. Ein Mann wird durch Drohung und Erpressung zu verschiedenen Aufgaben genötigt und muss sich dabei in erster Linie auf sein Können als Fahrer verlassen. Das hätte gut werden können. Und die Eröffnungssequenz versprach auch eben dies. Einen spannenden und gut erzählten Thriller. In kurzen Sequenzen die zwischen Farb- und SchwarzWeiß- Bildern wechseln, wird parallel erzählt, was Protagonist Magna in diesem Moment erlebt und was sich nur wenige Stunden zuvor an exakt der selben Stelle zugetragen hat. Interessant, kurzweilig und gut gemacht. Doch das hält nur wenige Minuten. Danach geht der eigentliche Film los – und damit auch das Desaster.

Die 90 Minuten Film bestehen überwiegend aus unglaublich schnellen Schnitten zwischen Auto-Cockpit, Straßenaufnahmen und Crashs. Ausgeschmückt wird das Ganze mit einem Repertoire an schlechten Einzeilern wie ich sie seit… seit… naja wie ich sie eigentlich noch nie erlebt habe.
Und ich rede hier nicht von derben, gut platzierten Sprüchen wie in „Lockout“ mit Guy Pierce, sondern von Ergüssen wie „Oh mein Gott!“, „Pass auf!“, „Das hast du doch jetzt nicht wirklich vor?!“, „Scheiße!“, „Heilige Scheiße!“, „Gib Gas!“ im Sekundentakt. Und dies ist ohne Übertreibung tatsächlich nur ein winzig kleiner Ausschnitt, dessen was Selena Gomez alias The Kid so von sich gibt. Gepaart mit ihrem panischen In-Der-Gegend-Rumgucken und den hysterischen Anfällen, zehrt sie an den Nerven der Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute.
Doch sie steht nicht alleine da. Begleitet wird sie von Kommentaren der Telefonstimme und ab und an gibt sich auch Ethan Hawke als Brent Magna die Ehre.

Während man bei unterhaltsamen Actionfilmen noch gerne bereit ist über den ein oder anderen Logikfehler und eine bröckelnde Story hinwegzusehen, ist dies in „Getaway“ kaum möglich. Es grenzt fast schon an Frechheit, was einem als Zuschauer hier in Bezug auf Story und Dialoge vorgesetzt wird.

Etwas Positives gibt es dann doch noch zu sagen: Das Bild der Blu-ray war tatsächlich mal wieder gestochen scharf und hat mal wieder gezeigt, was dieses Medium so leisten kann. Oh und das Auto. Das Auto, ein Shelby Mustang GT500 in der Super Snake Edition, ist definitiv eine kurze Erwähnung wert! Laut IMDB wurden 7 dieser Mustangs nur für diesen Film hergestellt und insgesamt 13 im Laufe der Produktion verschrottet.

Und mal abgesehen davon, dass dieses Katz- und Mausspiel zwischen Magna und der Polizei irgendwann einfach reicht, sind die Verfolgungsjagden in der Tat gut durchgeführt. Keine der Szenen wurde durch CGI erstellt und das merkt man einfach. Doch die Schnitte und die deplatzierten, rein geworfenen und nicht enden wollenden Kommentare verhindern jeden Anflug von Spannung und guter Unterhaltung.

Getaway“ ist schlicht und einfach mal wieder einer dieser Fälle, bei denen ich keine Ahnung habe, wie es überhaupt zu einer Produktion kommen konnte beziehungsweise wie man Selena Gomez in diese Rolle casten konnte.

2 von 10 Freeks

Darsteller:
Ethan Hawke, Selena Gomez, Jon Voight
Regie:
Courtney Solomon

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Filmkritik 'Getaway' (Blu-ray), 2.0 out of 10 based on 1 rating

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