Filmkritik ‚Flight‘ (DVD)


Flight
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Ich weiß nicht woran es liegt, aber der Film „Flight“ zählt nicht zu den Filmen, die allein aufgrund ihres Titels in den Köpfen der Menschen bleiben. In deutschen Kinos wurde dem Drama nur wenig Beachtung geschenkt. Wenn man jedoch im Zusammenhang mit dem Titel noch erwähnt, dass Denzel Washington mitspielt, dämmert es bei den meisten.
Dann bekommt man immerhin schon mal Kommentare wie „ach, wo der die ganze Zeit betrunken ist“ zu hören. So böse es sich auch anhören mag, aber ja, das fasst die Story schon mal recht gut zusammen.

Whip Whitaker ist Pilot und er gehört definitiv zu den besten in seinem Job. Als er eine Maschine notlanden muss und durch sein Können fast 100 Menschen das Leben rettet, scheint er ersteinmal der Held der Stunde. Doch Whip hat ein Problem. Ein Alkoholproblem. Und damit fangen die wahren Turbulenzen erst richtig an, denn betrunken ein Flugzeug zu fliegen zählt nicht gerade zu den Kavaliersdelikten.

Deutscher Trailer zu „Flight“
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=7RMuGKgceW0[/youtube]

Filmkritik „Flight“

Regisseur Robert Zemeckis legt nach „Forrest Gump“ und „Cast Away“, die beide große internationale Erfolge gefeiert haben, mit „Flight“ sein neustes Projekt vor. Und wieder mal ist die Intention das große Erzählkino. Dafür hat er sich mit Denzel Washington abermals einen Hollywood-Altstar ins Boot geholt. Durchaus ein charismatischer Charaktermime, der der Rolle des tragischen Helden gewachsen sein sollte.

Der Film startet zunächst einmal wie eine locker leichte Komödie unterlegt mit beschwinglicher Musik, wechselt nach den ersten 30 Minuten jedoch in ein waschechtes Drama. Leider in eines mit ein paar Längen.
Dass Whip Whitaker nicht der Held und Everbody‘s Darling ist, wird dem Zuschauer recht schnell deutlich gemacht. Der Wille in mir an das Gute im Menschen zu glauben, sorgte dann recht schnell dafür, dass mir der Typ einfach unsympathisch geworden ist. Seine Alkoholprobleme, sein schwacher Wille, sein ganzes Verhalten.

An und für sich ja ein gutes Zeichen, wenn einem der Typ auf der Leinwand nicht total egal ist. Definitiv eine Leistung, die voll und ganz dem Darsteller zugesprochen werden muss. Aber genervt einen Film zu gucken ist nicht unbedingt eine tolle Erfahrung und so bleibt ein fader Beigeschmack.

100 der 130 Minuten geht es einfach nur darum Whitaker zuzusehen wie er sich besäuft und seine Zukunft wegschmeißt. Doch werden diese Szenen immer wieder unterbrochen von recht krassen Wechsel zu tiefsinnigen Gesprächen über Vergangenheit, Familie und ähnliches. Plus zusätzlich noch die Abschnitte über den Flugzeugabsturz und die damit verbundene Anhörung.
Im Großen und Ganzen ein Wechselspiel, dass sich nicht so richtig zusammenfügt und irgendwie scheinen es zwei, drei Filme zu sein, die da parallel ablaufen.
Das Ganze endet dann in einem Finale mit dem ich ehrlich gesagt so nicht gerechnet habe. Das aber letztendlich zum Gesamtbild eines Hollywooddramas passt, wie die Faust aufs Auge.

Kleines Highlight waren für mich die Auftritte von John Goodman. Mag an der Rolle an sich gelegen haben, aber man merkt ihm an, dass er wohl einfach viel Spaß dabei hatte.

Wer interessiert ist, am 20.06.2013 erscheint „Flight“ auf DVD, Blu-ray und Video on Demand.

6 von 10 Freeks

Darsteller:
Nadine Velazquez, Denzel Washington, John Goodman
Regie:
Robert Zemeckis

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