Filmkritik ‚Elysium‘ (Kino)


Ich habe mal wieder beim O2-Kino-Donnerstag zugeschlagen und mir 2 Tickets zum Preis von 1 gesichert. Schon ein ziemlich unschlagbares Angebot und es bildet auch den perfekten Rahmen um sich einfach mal Filme anzusehen, die man sonst vielleicht nicht unbedingt im Kino geguckt hätte. Schlicht und einfach weil man nicht so viel Geld für diese Filme ausgeben möchte.

Nun war also „Elysium“ dran. Matt Damon in einer trotz Bourne, ungewohnten Actionrolle, in Szene gesetzt von Neill Blomkamp, Regisseur von „Distrcit 9“ und Protegé von Peter Jackson.

Durch einen Arbeitsunfall wir Max einer tödlichen Dosis radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Mit einer Lebenserwartung von nur noch wenigen Tage, macht er sich auf den schier auswegslosen Weg nach Elysium, denn dort wartet hochentwickelte medizinische Technologie, die sein Leben retten kann. Max ist bereit alles dafür zu tun, doch die Zeit läuft gegen ihn und Erdenbürger sind auf Elysium nicht willkommen.

Deutscher Trailer zu „Elysium“
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=eF1FH3yUv0g[/youtube]

Filmkritik „Elysium“

Obwohl es erst der zweite Film Blomkamps ist den ich gesehen habe, ist seine Handschrift bereits recht deutlich erkennbar. Wiedermal geht es um die Ausgrenzung einer Schicht unserer Gesellschaft. War es in „District 9“ noch eine recht kleine Gruppierung von Außerirdischen die nicht recht in unser bestehendes Gesellschaftsbild passen wollte, so weitet sich das Ganze in „Elysium“ auf den armen Teil der Menschheit aus – der sich in dieser Zukunft auf die gesamte Erde erstreckt.

Trotz Science-Fiction ein nachvollziehbarer Ansatz und Blomkamp gelingt es, die Thematik absolut glaubhaft rüber zu bringen. Dabei leider etwas auf der Strecke geblieben ist die konsequente Einführung in diese neue Welt. Bis auf eine oberflächliche, textliche Erklärung zu Beginn des Films bleibt man als Zuschauer recht unwissend. So ist beispielsweise die Raumstation sehr cool inszeniert. Aber wie funktioniert sie? Wieso sprechen sie auf der Weltraumstation französisch? Und auch die Exoskelette sind eine nette Idee. Aber warum gibt es die überhaupt? Gibt es tatsächlich Leute die sich sowas spaßeshalber anbringen lassen? Was ist der Hintergrund? Aber 0 Details darüber wie, was funktioniert. Es ist einfach so. Reicht doch.
Ja und Nein. Hätte mich gerne mehr mit der Welt identifiziert, aber es war nicht möglich aufgrund von fehlenden Informationen. Das meiste wird einfach als gegeben vorausgesetzt und dadurch geht dem Film etwas Herzblut verloren.

Aufgrund des Trailers und der Story hätte ich insgesamt mehr Action erwartet, aber Blomkamp nimmt sich Zeit seinem Hauptdarsteller Tiefe und Charakter zu verleihen – und am Ende kommt trotzdem der typische Antiheld bei raus. Auf der anderen Seite würdigt er der Masse der Nebendarsteller keines zweiten Blickes und so fehlt es dem Film insgesamt an Tiefe.

„Elysium“ ist gutes Sci.-Fi Kino, aber nicht auf die durchgestylte und space-ige Variante wie „Oblivion“ sondern „realtitätsnah“ und dreckig. Blomkamp und Damon hätten mehr gekonnt und bleiben weit hinter ihrem Potenzial zurück. Jodie Foster ist in ihrem Element, bleibt aber irgendwie nur ein Sidekick. Von „Agent Kruger“ hätte ich gern mehr gesehen. Auch hier wurde das Potenzial, dem Charakter Tiefe und eine Vorgeschichte zu verleihen, wieder nicht ausgenutzt.

Für „Elysium“ ist ein Kinobesuch nicht zwingend notwendig. Ich bin in diesem Fall durchaus froh darüber, dass es bei einem Eintrittspreis von nur 5,-€ geblieben ist. Der heimische Bildschirm reicht hier völlig aus und dann kann man sich diesen Science-Fiction Streifen auch ruhig mal anschauen.

6 von 10 Freeks

Darsteller:
Matt Damon, Jodie Foster, Sharlto Copley
Regie:
Neill Blomkamp

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