Filmkritik „Birdman“ (Blu-ray)


Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit
Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit

Tja, das war doch mal wieder was anderes. Auch hier, ähnlich zu „Filmkritik Whiplash“ gilt mein Dank den Oscar-Nominierungen, ohne die ich nicht ganz so ambitioniert hinter „Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“ her gewesen wäre.

So aber bin ich in den Genuss eines weiteren Geniestreichs von Alejandro González Iñárritu gekommen, der auch bereits mit „Amores perros“, „21 Gramm“, „Babel“ oder „Biutiful“ überzeugen konnte. Dass er Geschichten erzählen kann, hat er also bereits unter Beweis gestellt. Seit dem 11.06.2015 ist „Birdman“ bereits auf DVD und Blu-ray sowie als Video-On-Demand erhältlich und ich kann nur sagen „den kann man ruhig mal mitnehmen“.

Vor 20 Jahren feierte Riggan Thomson als Superheld „Birdman“ im gleichnamigen Blockbuster und den zwei entsprechenden Fortsetzungen seine größten Filmerfolg. Seit dem ist es ruhig geworden um den Schauspieler weitere Erfolge ließen auf sich warten. Nun versucht er mit seinem ersten Broadway-Stück, bei dem er als Autor, Regisseur und Darsteller tätig ist, ein Comeback zu feiern – während er gleichzeitig die Beziehung zu seiner Tochter und Ex-Frau zu retten versucht. Kurz vor der großen Premiere springt ihm dann auch noch der Hauptdarsteller ab und es steht alles auf dem Spiel…

Deutscher Trailer zu „Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“
[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=0XA4VsdR08c[/youtube]

Filmkritik „Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“

Der große Wow-Effekt bei „Birdman“ entsteht dadurch, dass er mehr oder weniger in einem einzigen Take gedreht worden ist. Das dies nicht zu 100% stimmt und immer mal wieder Übergänge geschickt genutzt worden sind, um den ein oder anderen Cut einzulegen, kann man wunderbar im absolut interessanten Making Of des Films sehen.
Selbst mit diesem Insider-Wissen im Hinterkopf, bleibt bei „Birdman“ auch am Schluss noch das Gefühl zurück, der Film sei an einem Stück gedreht worden. Gerade diese ewig langen Kamerafahrten durch die beengten Backstage-Bereiche des Broadway-Theaters machen den Film aus und bilden eine Art roten Faden durch ein Drama, das man so noch nicht gesehen hat.

Doch trotz dieser Lobeshymnen, hat die Machart auch ihre Tücken. Ob gewollt oder nicht sei dahin gestellt, aber es ist auch anstregend den Geschehnissen auf dem Bildschirm zu folgen – so ganz ohne Verschnaufpause. Es handelt sich zwar „nur“ um ein Drama und es sind keine bombastischen Effekte und atemberaubende Action, die uns fesseln, dennoch folgt ein Ereignis auf das nächste und man kommt kaum dazu den Blick auch nur mal kurz abzuwenden. Erst während des Abspanns ist dann erstmal das große Durchatmen und Glieder strecken angesagt.

Am Ende ist es aber nicht nur die Produktionstechnik, sondern auch das gut durchdachte Drehbuch, was den Zuschauer vor dem Bildschirm fesselt. Dialoge, Dramen, Emotionen werden durch kurze „Pausen“ miteinander verbunden, in denen wir dem einen oder anderen Protagonisten durch die Gänge des Theaters folgen. Diese Momente werden genutzt, um den Aufbau des nächsten Settings aufzubauen, das man als Zuschauer schon nahezu herbeisehnt. Denn recht schnell gelangt man in die Situation, dass man mehr erfahren möchte. Mehr über den Hauptdarsteller, mehr über seine Probleme, sein Alter Ego, selbst mehr über die Nebendarsteller und einfach mehr über das Konstrukt, das Iñárritu gemeinsam mit einem Team an Drehbuchautoren aufgebaut hat.

Schauspielerisch konnte mich der komplette Cast vollkommen überzeugen. Nicht nur Michael Keaton spielt voller Herzblut, auch Zach Galifianakis, Edward Norton und vor allem Emma Stone füllen ihre Rollen nicht nur aus, sondern blühen regelrecht auf.

Zusammengefasst bleibt zu „Birdman“ zu sagen: sie Machart ist sehr gut gelungen, darstellerisch 1A, für mich aber mit kleinen Elementen, die mir persönlich zu abgedreht sind. Daher am Ende eine gute, jedoch nicht überragende Bewertung.

7 von 10 Freeks

Darsteller:
Michael Keaton, Zach Galifianakis, Edward Norton

Regie:
Alejandro González Iñárritu

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