Filmkritik ‚3 Days to Kill‘ (Kino)


…oder besser “3 Days to Kill, while solving all of my family affairs”.
Das nenn ich mal einen Kinobesuch beziehungsweise einen Kinofilm der komplett anders verlief, als ich es erwartet hätte. Im Vorfeld zu „3 Days to Kill“ kannte ich eigentlich nur den Trailer, der brisante Action à la Liam Neesons neuste Streiche versprach. Hinzu kommt McG, der Macher von „3 Engel für Charlie“ und „Terminator: Die Erlösung“, auf dem Regiestuhl und Luc Besson als Drehbuchautor. Na wenn da mal nicht Action garantiert ist – sollte man denken. Das am Ende ein Familiendrama mit leichten Action-Anfällen und Comedy-Einlagen herauskommt, traf nicht nur mich recht unvorbereitet.

Ethan Renner ist ein alter Hase im Agentengeschäft. Als einer der besten CIA Agenten ist er DER Mann wenn es um internationale Missionen geht, was ihn über die Jahre von seiner Familie stark distanziert hat. Dies soll sich nach einem schweren Schicksalsschlag und kurz vor seiner Pensionierung ändern. Doch ein letzter Auftrag steht ihm noch bevor und ihm bleibt keine andere Wahl als diesen zu beenden. Es kommt zu einem unausweichlichen privaten und beruflichen Showdown in Paris.

Deutscher Trailer „3 Days to Kill“
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=6MrLIak4Znc[/youtube]

Filmkritik “3 Days to Kill”

Die ersten Minuten zeigen, wie „3 Days to Kill“ hätte laufen können. Es wird keine Zeit verloren und man wird als Zuschauer, nach nur einer recht kurzen Intro, mitten in die Action versetzt. Liam Neeson würde seinem Kollegen Costner an dieser Stelle sehr wahrscheinlich stolz auf die Schulter klopfen.
Doch das war’s dann auch.

Die titelgebende Thematik und die damit verbundenen Actionsequenzen, werden mehr und mehr zur Nebensache. Kevin Costner ist nicht nur der Vorzeige-CIA-Agent, sondern vor allem auch der gescheiterte Vater. Und die Beziehung zu seiner Tochter wieder aufzubauen, ist aktuell sein primäres Ziel. Da wird ein Verhör eben auch mal schnell zum Beratungsgespräch zwischen Vätern. Das mag zu Anfangs witzig sein und für ein paar kurze Lacher sorgen, wiederholt sich aber dann im weiteren Verlauf viel zu oft.

Der Film hat generell etwas an sich, was schwer in Worte zu fassen ist und seltsam klingt, wenn man es ausformuliert. Aber plump ausgedrückt, wurde hier ein richtiges Weichspülprogramm abgeliefert. Konkret bedeutet dies zum Beispiel, es fehlt das Blut bei den Schießereien, der sowieso deplatzierte Besuch um Striplokal wird mit unnatürlich choreographierten Nebelschwaden entschärft und als Foltermethode werden dann eben mal die Achselhaare „entwachst“. Alles deutet darauf hin, dass unter allen Umständen eine FSK12- Freigabe erzielt werden sollte.

Auf der anderen Seite muss man den Filmemachern zu Gute halten, dass sie die CGI Effekte so gering wie möglich gehalten haben. Die Stunts stammen nicht ausschließlich aus dem Computer und das merkt man einfach.

Für das eigentliche Fragezeichen auf meiner Stirn, sorgt jedoch Amber Heard in der Rolle einer CIA Agentin, die sich recht schnell als fieser Vamp entpuppt, ihren besten Agenten gewissenlos erpresst und über Unmengen an finanziellen Ressourcen verfügt. Oh, und nicht zu vergessen, dass sie sich auf ihrer Undercover-Mission, mit Vorliebe in Lack und Leder Outfits kleidet und mit ihrem Sportwagen, jeder Verkehrsregel zum Trotz, durch Paris heizt. Optisch in etwa so deplatziert wie Amber Valetta in „Transporter 2“.

Schön war es definitiv Kevin Costner mal wieder auf der großen Leinwand zu sehen. Ich mag ihn einfach und sehe in immer wieder gerne, unabhängig in was für einer Rolle.
Am Ende habe ich mich dann durch „3 Days to Kill“ doch irgendwie unterhalten gefühlt. Es gibt genug Gründe, sich bei dem Film kopfschüttelnd abzuwenden, aber dennoch hat zwischenzeitlich Spaß gemacht und war keine reine Zeitverschwendung.

4 von 10 Freeks

Darsteller:
Kevin Costner, Hailee Steinfeld, Connie Nielsen
Regie:
McG

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Filmkritik '3 Days to Kill' (Kino), 4.0 out of 10 based on 1 rating

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