“Fast & Furious Five” Filmkritik (Kino)


Fast & Furious Five
Fast & Furious Five
Copyright:2011 Universal Studios
An dieser Stelle zunächst einmal eine kurze Kiritk zum “deutschen” Titel des Films. Wieso musste für den deutschen Verleih unbedingt noch ein “& Furious” eingeschoben werden? Welchen Sinn hat das?! In meinen Augen gar keinen!
Für mich bleibt “Fast & Furious Five” einfach “Fast Five” und so werde ich in dieser Filmkritik auch immer den Original US Titel “Fast Five” verwenden.
Klingt doch auch viel besser!

Etwas Verwunderung war doch vorhanden, als klar war, dass “Fast Five” nicht in 3D gezeigt werden wird. Hat ein Blockbuster in der heutigen Zeit überhaupt eine Chance gegen seine 3D-Konkurrenz zu überstehen, wenn er ausschließlich in 2D gezeigt wird?! Kurz gesagt: Ja! Und es war herrlich erfrischend mal gut unterhalten zu werden, ohne dabei eine dicke Brille auf der Nase sitzen zu haben.

Zwei Jahre nach Teil 4 der “Fast & Furious”- Reihe hat Regisseur Justin Lin der seit “The Fast and the Furious: Tokyo Drift” für das Franchise verantwortlich ist, es geschafft die allte Crew wieder zusammenzubringen. Fans der Reihe wissen dies durchaus zu schätzen und Neueinsteiger werden ebenfalls auf ihre Kosten kommen, auch wenn etwas Hintergrundwissen, den Film noch interessanter macht.

Die Story ist zwar wie so oft bei dieser Art von Blockbuster-Filmen eher nebensächlich, aber der Form halber, hier ein kurzer Abriss.
Dom (Vin Diesel), Brian (Paul Walker) und Mia (Jordana Brewster) begeben sich auf der Flucht vor den amerikanischen Behörden nach Rio de Janeiro. Dort angekommen legen sie sich, ohne es zunächst zu wissen, mit Reyes (Joaquim de Almeida), dem dortigen Drogenbaron, an. Zusätzlich heftet sich ein verbissener Federal Agent (Dwayne Johnson) mit seiner Spezialeinheit an ihre Fersen. Mit einem letzten großen Coup wollen Dom und Brian den Drogenbaron zu Fall bringen und rufen dazu ihre alten Freunde als Unterstützung zusammen. Doch die Zeit läuft ihnen davon und Rio droht für sie alle zur tödlichen Falle zu werden.

Deutscher Trailer zu “Fast Five”



“Fast Five” schlägt einen neuen Weg beziehungsweise einen ganz neuen Stil ein, um dem Franchise so nochmals neuen Schwung zu verpassen – was auch funktioniert.
Hardcore-Fans von “The Fast and the Furious: Tokyo Drift” mögen wohl etwas enttäuscht vom neusten Teil sein, da “Fast Five” weniger die Boliden und Tuning-Szene feiert. Viel mehr avanciert “Fast Five” zu einem spannenden Heist-Movie à la “Ocean’s Eleven”, behält dabei jedoch die spektakuläre Action seiner Vorgänger bei.
Fast & Furious” war noch eine Art Vorläufer und Übergang, “Fast Five” hat den neuen Stil übernommen und eindrucksvoll unterstrichen und der 6. Teil der Reihe, der mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit folgen wird, wird nun die schwierige Aufgabe haben seinem Vorgänger gerecht zu werden.

Die Zusammenkunft der Truppe und das Wiedersehen mit alten Bekannten aus den vorherigen Teilen ist toll inszeniert und macht richtig Spaß. Der kurze Einspieler im Abspann bietet in dieser Hinsicht dann gleich nochmal zwei nette kleine Highlights. Also sitzen bleiben!
Als Neuzugang in „Fast Five“ ist vor allem Dwayne Johnson erwähnenswert, der als knallharter Federal Agent im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht, um seine Kontrahenten hinter Gittern zu bringen und einen durchaus angemessen Gegener für Vin Diesel darstellt.
Und welches Action-Fan-Herz schlägt nicht höher, wenn ihm ein Fautkampf zwischen den beiden Oberarm-Fetischisten Vin Diesel und Dwayne Johnson in Aussicht gestellt wird?!
Doch was Johnson mittlerweile mit seinem Körper angestellt hat ist fast schon beängstigend. Selbst zu seinen besten Zeiten als professioneller Wrestler hatte Dwayne Johnson keine solchen Muskelberge aufgebaut. Was hat er vor?! Wo will er hin?! Seiner schauspielerischen Tätigkeit stehen diese fast schon übertriebenen Muskeln jedenfalls eher im Weg, als dass sie im behilflich sind und so wirkt er in manch einer Szene einfach zu steif und unbeweglich. Eben ein Berg von einem Mann.

Was “Fast Five” von seinen Vorgängern unterscheidet, ist die doch schon beeindruckende Zahl, wenn es um den Body Count geht. Der Verbrauch an Statisten ist für “Fast & Furious”- Verhältnisse, wo eigentlich immer die Autos im Vordergrund standen, enorm hoch. Für den Body Count sorgen in erster Linie Heyes Söldner und Hobbs Spezialeinheit, die jeweils alles zusammenschießen, was bei Drei nicht auf den Bäumen ist.
Doch nicht nur der Body Count auch der Car Count erreicht in “Fast Five” nie dagewesene Größenordnungen! Das beginnt bereits in der ersten Szene und zieht sich über den gesamten Film. Zu dem nicht zu verachtenenden Car Count tragen alle agierenden Parteien einiges bei, wobei letztendlich Dom und Brian den Vogel mit ihrer “Abschleppaktion” abschießen.

Apropos “Abschleppaktion”. Klar, “Fast Five” soll spektakulär und beeindruckend sein, aber auf wessen Kosten?! Schaltet man das Gehirn dann doch nicht ganz ab und guckt sich ein paar der Szenen mal etwas genauer an, anstatt nur die offensichtliche Action zu bestaunen, könnte man als Kinobesucher fast schon ein schlechtes Gewissen gegenüber den Einwohnern von Rio de Janeiro bekommen.
Dass die Truppe dem Drogenboss Heyes eins auswischen möchte, ist absolut nachvollziehbar, aber nachdem die Gang rund um Dom und Brian fertig ist, scheint Rio nur noch ein einziges Schlachtfeld zu sein. Sachschaden in Millionenhöhe und der Tod einiger Zivilisten wurden da anscheinend einfach mal in Kauf genommen.
Der Film blendet diese Aspekte komplett aus und befasst sich nicht näher mit den Folgen der diversen Aktionen, aber mir fällt es an der ein oder anderen Stelle doch etwas schwieriger es dem gleichzutun und so werden hier leider ein paar Minuspunkte fällig. Spektakulär schön und gut, aber das war doch ein wenig zu viel.

Aber nun genug der Kritik und negativen Stimmung. “Fast Five” wird allen Erwartungen gerecht und ist genau der richtige Start in einen vielversprechenden Blockbuster Sommer.
Wer sich über eine sinnlose oder gar nicht vorhandene Story, oberflächliche Charaktere oder unrealistische Action aufregt, hätte auf einen Kinobesuch besser verzichten sollen. Denn das war von einem „Fast & Furious“- Teil wohl nicht anders zu erwarten.
Fast Five” ist Unterhaltung pur: Action, Witz, schnelle Autos und ein heißer Soundtrack machen Lust auf mehr!
Nicht unbedingt besser als mein persönlicher Favorit der Reihe “The Fast and the Furious”, aber auf andere Art und Weise genauso unterhaltend.

8 von 10 Freeks
Darsteller:
Vin Diesel, Paul Walker, Jordana Brewster, Dwayne Johnson, Tyrese Gibson
Regie:
Justin Lin

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